
In Cartagena angekommen, sahen wir uns erst einmal am Hafen um, angeblich der größte Militärhafen Spaniens. Irgendwie waren aber nur eine knappe Handvoll Schiffe da - also wenn das alles ist, was die Spanier zu bieten haben...
Bärt wollte beim Anblick der Fregatten "Schiffe versenken" spielen. Ich gab ihm aber schnell mal einen Einblick in die Geschichte und erklärte ihm, dass dies die Engländer schon vor einigen hundert Jahren mit der spanischen Armada machten - und das fanden die Spanier nicht wirklich prickelnd.

Als nächstes sah Bärt das U-Boot im Dock liegen und war hin und weg. Er fragte mich, ob es ein Nuklar-U-Boot wäre und ich sagte ihm, dass ich es nicht wüßte. Er schlug vor, hier bis zum Abend zu warten. Sollte es im Dunkeln leuchten, wüßten wir es. Witzbold.

Danach fuhren Bärt und ich in nördlicher Richtung aus Cartagena zu einer kleinen Bucht und Bärt meditierte etwas vor der Brandung. Doch irghendwie wurde es ihm zu kalt und er begann wieder zu quängeln. Ich erzählte ihm, dass mir der Tomás gesagt hätte, dass ich mich vorsehen solle, da es in Cartagena ein Viertel mit Zigeunern geben soll. Gefährliche Gegend. Und ich fragte Bärt, ob er wisse, was Zigeuner mit Bären machen?!? Ring durch die Nase und tanzen lassen.

Und Bärt wisse doch genau, dass ich eigentlich alles gut kann, wenn ich will. Eines kann ich aber besonders gut, ohne dass ich es will - mich in fremden Städten verfahren. Bärt indes ließ sich nicht einschüchtern und machte seine Witze. Er fand am Strand einen Ohrring und ließ sich als "Zigeuner" ablichten.

Doch es kam, wie es kommen musste. Auf der weiteren Fahrt durch Cartagena achtete ich nicht so, wohin der Weg führt und schaute nur wahllos in der Weltgeschichte rum, bis Bärt plötzlich vom Beifahrersitz verschwand und sich versteckte. Dann wurde mir klar - das Zigeunerviertel. Ich sah zu, dass ich hier schnell wieder raus kam und versuchte Bärt wirklich glaubhaft zu machen, dass dies ein Versehen war. Es dauerte aber, bis er wieder vom Fußraum nach oben kam.
Wir fuhren dann wieder in die City und besichtigten das in diesem Jahr neu eröffnete Museum des römischen Theaters. "Wieder nur kaputte Häuser..." meinte Bärt, "...davon gäbe es hier ja nun mehr als genug. Auch ohne Eintritt." Naja, wo er recht hat. Im Saal 2 wollte Bärt dann, dass ich ihn auf die kopflose Statue setze, er wollte schon immer mal der Kopf eines römischen Imperators sein - ich sah mich außerstande...
...erfüllte ihm aber den Wusch, mal wieder auf einer großen Bühne zu stehen.
Und als ihn dann noch vor einem seiner großen Leidensgenossen ablichtete (natürlich mit gebührendem Abstand), war er total zufrieden. Ich glaube, dass er mir jetzt die kleine Lüge mit der Edelautoschmiede nicht mehr so übel nimmt.











