Der Bärt

Der Bärt
aka Tegel 45

Samstag, 29. November 2008

Wieder unterwegs

"Nicht schon wieder so ein blöder Ort, der nach einem Auto von SEAT benannt wurde..." war Bärts Antwort auf meine Frage, ob wir nicht mal nach Toledo fahren wollen. So übers Wochenende. "Wenn schon Autos, dann geile...", so Bärt. Also schlug ich Cartagena vor. Mit folgender Begründung. Cartagena sei ein Ort mit edler Autoschmiede - das stehe schon im Namen: eine englisch-deutsch-berliner Mischung. Hier würde jeden Tag nur ein Auto das Band verlassen, eben Car-Tag-(e)ena. Bärt aber schien den Braten zu riechen und wollte stänkern. Da sagte ich ihm, dass ich mit dem Gedanken schwanger gehe, ihn zu Weihnachten an Karina oder Byrt zu verschenken und keine 10 min später saß Bärt neben mir im Auto und es ging los.


In Cartagena angekommen, sahen wir uns erst einmal am Hafen um, angeblich der größte Militärhafen Spaniens. Irgendwie waren aber nur eine knappe Handvoll Schiffe da - also wenn das alles ist, was die Spanier zu bieten haben...
Bärt wollte beim Anblick der Fregatten "Schiffe versenken" spielen. Ich gab ihm aber schnell mal einen Einblick in die Geschichte und erklärte ihm, dass dies die Engländer schon vor einigen hundert Jahren mit der spanischen Armada machten - und das fanden die Spanier nicht wirklich prickelnd.




Als nächstes sah Bärt das U-Boot im Dock liegen und war hin und weg. Er fragte mich, ob es ein Nuklar-U-Boot wäre und ich sagte ihm, dass ich es nicht wüßte. Er schlug vor, hier bis zum Abend zu warten. Sollte es im Dunkeln leuchten, wüßten wir es. Witzbold.







Danach fuhren Bärt und ich in nördlicher Richtung aus Cartagena zu einer kleinen Bucht und Bärt meditierte etwas vor der Brandung. Doch irghendwie wurde es ihm zu kalt und er begann wieder zu quängeln. Ich erzählte ihm, dass mir der Tomás gesagt hätte, dass ich mich vorsehen solle, da es in Cartagena ein Viertel mit Zigeunern geben soll. Gefährliche Gegend. Und ich fragte Bärt, ob er wisse, was Zigeuner mit Bären machen?!? Ring durch die Nase und tanzen lassen.





Und Bärt wisse doch genau, dass ich eigentlich alles gut kann, wenn ich will. Eines kann ich aber besonders gut, ohne dass ich es will - mich in fremden Städten verfahren. Bärt indes ließ sich nicht einschüchtern und machte seine Witze. Er fand am Strand einen Ohrring und ließ sich als "Zigeuner" ablichten.








Doch es kam, wie es kommen musste. Auf der weiteren Fahrt durch Cartagena achtete ich nicht so, wohin der Weg führt und schaute nur wahllos in der Weltgeschichte rum, bis Bärt plötzlich vom Beifahrersitz verschwand und sich versteckte. Dann wurde mir klar - das Zigeunerviertel. Ich sah zu, dass ich hier schnell wieder raus kam und versuchte Bärt wirklich glaubhaft zu machen, dass dies ein Versehen war. Es dauerte aber, bis er wieder vom Fußraum nach oben kam.






Wir fuhren dann wieder in die City und besichtigten das in diesem Jahr neu eröffnete Museum des römischen Theaters. "Wieder nur kaputte Häuser..." meinte Bärt, "...davon gäbe es hier ja nun mehr als genug. Auch ohne Eintritt." Naja, wo er recht hat. Im Saal 2 wollte Bärt dann, dass ich ihn auf die kopflose Statue setze, er wollte schon immer mal der Kopf eines römischen Imperators sein - ich sah mich außerstande...









...erfüllte ihm aber den Wusch, mal wieder auf einer großen Bühne zu stehen.








Und als ihn dann noch vor einem seiner großen Leidensgenossen ablichtete (natürlich mit gebührendem Abstand), war er total zufrieden. Ich glaube, dass er mir jetzt die kleine Lüge mit der Edelautoschmiede nicht mehr so übel nimmt.

Montag, 17. November 2008

Bärt auf der Alhambra

Am nächsten Tag waren wir auf der Alhambra. Bärt war wenig begeistert und meinte, dass es nichts besonderes sein kann, da man diese Burg nach einem Auto von SEAT benannt hätte, einem Babybomber, und begann auch ziemlich schnell wie ein kleines Kind zu quängeln - zu viel um zu laufen, alles altes Zeug, langweilig, Hunger. Ich trug ihn dann den Rest des Tages und er gab Ruhe. Zumal er einwandte, dass, wenn er zu viel hier rumlaufen würde, sich seine Beine abnutzen würden und er gehöre dann zur Gattung der Erdbären. Naja, Bärts Ausreden waren auch schon mal besser.
Nur einmal taute er kurz auf - als wir auf einer Plattform der Alcazaba waren. Da sollte ich ein Foto von ihm schießen mit einem der Türme im Hintergrund. Das alles solle aussehen, als hätte er eine Krone auf. Und dieses Foto wollte er dann in das Rote Rathaus schicken, zu seinem Kumpel, dem Berliner Bären...

Bärt in Granada - die Sierra Nevada


Ausflugszeit. Bärt und ich fahren noch am Tag der Ankunft in die Sierra Nevada (Für Karina wörtlich übersetzt: die von Schnee bedeckte Säge). Ich habe ihm nämlich versprochen, dass da Schnee liegt, ein fataler Fehler (aber dazu später). Auf dem Weg in die Berge kamen wir an einem Höhenschild vorbei und Bärt wollte unbedingt ein Foto zum Beweis, dass er "high" war - und zwar 1750m high. Gesagt, getan. Jedoch kam einige Kilometer das Höhenschild 2000m und ich fragte Bärt, ob er nicht lieber dieses wolle. Darauf meinte Bärt, dass ich ihm schon vorgejammert hätte, dass ich hier bestimmt frieren würde, da ich meine feingerippten Baumwollschlüpfer mit extra verstärktem Eingriff vergessen hätte. Er dagegen hätte untenrum noch nicht einmal was an und ob ich Vollidiot das nicht sehe. Er hätte sich vorhin schon fast den Ar... abgefroren. Ich rief Bärt zur Räson und erklärte ihm, dass er, wenn er sich nicht augenblicklich wieder einbekommt, hier bei seinen Kumpels ausgesetzt wird. Erstaunt sah er mich an und fragte, ob es hier denn Bären gäbe und ich antwortete: "Klar. Heidelbeeren, Himbeeren, Walderdbeeren...
Kurze Zeit später hatten wir wieder alles im Reinen und Bärt wollte ein Foto vor dem Nevadapanorama und noch ein Angeberfoto vor dem Abgrund, angeblich für seine Kumpels. Woher hat er das bloß? Ich habe ihm doch schon einmal erklärt, dass er keine Chance gegen mich hat, wenn es darum geht, wer der größere Prolet ist.Gut, nun zum Schnee. Als Bärt das erste Mal den Schnee in der Pfote hatte und testete, meinte er, dass man ihn für diesen Schei.. früher "Messer gemacht" hätte. Keine Ahnung, wovon Bärt sprach, aber nachdem ich ihm erklärt habe, dass es sich hierbei um einen anderen Aggregatzustand von Wasser handelte, war er erst etwas enttäuscht, hatte dann aber eine Menge Spaß. Zunächst spielte er den Schneeengel (Geil, die neue Rechtschreibung!), dann gab es eine Schneeballschlacht. Volltreffer von mir - ein Proletenpunkt mehr.

Bärt war kurz sauer, fing sich aber bald wieder. Bevor wir die Sierra Nevada wieder verließen, wollte Bärt noch schnell etwas mit gelber Tinte in den Schnee schreiben - FREIHÄNDIG! Auf der Rückfahrt fragte ich ihm, was er denn geschrieben hätte und er antwortete: Bärt rules.















Oh, oh. Ich wurde stutzig und ließ es mir buchstabieren.
Na hoffentlich fühlt sich da oben niemand dazu genötigt, dies zu korregieren...

Dienstag, 11. November 2008

Bärt strikes back...

...zumindest dachte er, dass er das könnte. Komme ich doch heute von der Arbeit und kurz darauf steht Bärt in der Tür. Er war im nahegelegenen Tierheim und hat sich einen Beschützer gesucht - wegen Johnson. Mit einem Kampfhund steht er da und meinte, er wollte sich so einen Hund schon in Berlin zulegen. Er hieße wohl "Matamoros", aber Bärt wolle ihn "Spike" nennen. Das kommt natürlich nicht in Frage - Bärt und ein Kampfhund. Ich gab ihm zu verstehen, dass wenn er den Hund nicht augenblicklich zurückbringe, ich beide in dieses Heim stecke...

Freitag, 7. November 2008

Bärt in trouble

Tja, Pech für Bärt. Mal wieder 'ne kesse Lippe riskiert und schon hat Johnson ihn sich zur Brust genommen. Und ich darf zusehen, wie ich Bärt da wieder rausbekomme...

Donnerstag, 6. November 2008

Blogwatching

Der Bärt ist ja erschüttert, was in seinem Blog so alles abgeht. Und das Schlimme ist, er weiß noch nicht einmal alles. Da sein Deutsch nicht so berauschend ist (also eher rudimentär) und komlexere Sätze (mehr als drei Worte) eher abschreckend auf ihn wirken, muss ich ihm vorlesen. Und ich habe ihm viel verschwiegen...

Montag, 3. November 2008

Handybärt

Bin ich doch pfiffig und habe mir ein Dual-Sim Telefon gekauft. Damit kann ich die deutsche und die spanische Simkarte gleichzeitig verwenden ohne zwei Telefone benutzen zu müssen oder die Karten ständig zu tauschen. Und da dachte ich mir, ich überlasse dem Bärt mein altes Handy. Bärt nahm selbstverständlich gerne an, steckte seine STALK-LINE Prepaid rein und zog glücklich von dannen.
Kurze Zeit später kam er dann aber zurück und meinte ich möchte doch bitte den Vibrationsalarm ausschalten, weil sein Gleichgewicht bei jedem Anruf aus selbigem kommt. Das habe ich dann auch gemacht - nu issa happy...

Samstag, 1. November 2008

Bärt is back

Bärt ist wieder zurück in Spanien. Und natürlich gab es wieder einen peinlichen Vorfall. Zunächst aber wollte mir Bärt erklären, dass AirBerlin eigentlich AirBärlin hieße und einem Kumpel von ihm gehöre. So ein Spinner - von wem hat er das nur?!?
Schlimmer war die Tatsache, dass unser Trip nach Alicante kein Direktflug war und wir auf der beschaulichen Insel Mallorca in eine Fokker F100 (klingt klein - ist es auch) umstiegen. Das ganze Geschuckele und Gewackele setzte dem Bärt dann doch schon etwas zu, er wurde etwas blass und benutzte dann bald, aus Ermangelung an Originaltüten, das kurz zuvor vom Flugbegleitpersonal ausgegebenen Verpflegungsbehältnis.